besinnliches
wo
irgends nirgends ist
und sich die zeit vergisst
stehst du in der menge
alleine im feld
zwingt dich das gedränge
dass du wirst zum held
allein ohne waffe
der schmerz ist real
die träne fällt
auf nassen grund
vermischt sich und verblasst
zurück bleibt die erinnerung
als durst und bitterkeit im mund
die träne hat
ihr ziel erreicht
und zeigt uns wer wir sind
ein tropfen in der ewigkeit
ein simples blatt im wind
es bebt die
erde wie von liebe
die sonne strahlt voll übermut
auf dass das glück verkündet werde
das unser beider herzen füllt
die vögel
singen uns vom glück der liebe
von freude und von seligkeit
kein tag erscheint uns heut vergebens
nicht heute nicht in ewigkeit
und doch –
so sagt der kopf dem herzen –
vergeh dich nicht in übermut
denn übermut bringt nichts als schmerzen
und schmerzen tun dir selten gut
ein luftzug trägt
die ewigkeit
als einen kühlen hauch in unsre herzen
erst schaudern wir und fürchten größe
dann suchen wir unsterblichkeit
mein
leben verbrennt
wie die kerze vor meinen augen
bei deren licht du die worte lesen kannst
die ich wahllos niederschrieb
so dass das auge sich verliert
in ihren kurven der vernunft
poesie
und wahnsinn
ergeben die mischung
und wenn die flamme flackert
ergeben die worte sinn
leben
und tod
in symmetrie
balanciert sich die waage
gewaagtes spiel
in dem der moment
die ewigkeit bezwingt
das schweigen verblasst
wenn die waagschale sinkt
ein
flügelschlag durchbricht die zeit
trägt wellen durch die ewigkeit
zerstört die dimension des seins
und formt uns zu uns selbst
ein
augenblick erhabenheit
in einem einzgen flügelschlag
entfremdet uns der sterblichkeit
und macht die nacht zum tag
guter
gott wenn es dich gibt
dann stirb durch meine hand
auge
um auge zahn um zahn
ewiges spiel
in dem du deine scherze treibst
und lügen schreibst
die uns das leben
nur oberflächlich leichter machen
auge
um auge
bist du schon blind
oder warum verzweifelst du nicht
an dem was du siehst
zahn
um zahn
lispelst du schon
oder warum antwortest du nicht
mit schlechtem gebiss
auge
um auge zahn um zahn
du machst mich krank wenn es dich gibt
in
meinem geist ist nichts als leere
ausgebrannt von flut verzehrt
wenn zeit die mir genommen wird
gedanken einfach mitentführt
versinke ich in ewigkeit
die mir mit macht den atem nimmt
mich wie ein strudel tiefer reißt
ich töte mich
nicht aus verzweiflung
doch wohl aus neugier vor dem tod
der mich in seiner macht mit angst erfüllt
ein riesiges mysterium
dem ich nur habhaft werden kann
indem ich mich mit ihm verbünde
und so die furcht selbst überwinde
der
sand verrinnt
aus seinem glas
weiße körner
trügerischer hoffnung
verlassen nach und nach
das sichtfeld
und machen uns hilflos
gegenüber unserem schicksal
den moment in dem
das letze korn fällt
treffen wir uns selbst
und spielen mit der versuchung
das glas erneut zu drehn
er
kam aus einem krieg
aus einem fernen land
und setzte sich besah die welt
und sagte nie ein wort
er
kam von einem sieg
in dem es keine sieger gab
und setzte sich besah den tag
und sagte nie ein wort
er
kam von einem ort
der ihm mit macht die worte nahm
und schwieg besah die nacht
bis er dann schließlich starb
der
mond scheint in der nacht
und tropft vor gelbem eiter
das irrlicht ist erwacht
und führt uns immer weiter
das moor es gluckert leise
erzählt uns einen traum
und tiefer geht die reise
in den dunklen sumpf hinein
ein schrei wir sind erwacht
der mond scheint in der nacht
gott
ist tot
und wird mit einem schlag zum märtyrer
an dem die hoffnung kondensiert
habt ihr denn nicht gelernt
aus all dem glauben
dass er den ins unglück stürzt
der sich zu fest auf ihn verlässt?
schluss mit dieser predigt
die der pfaffen handwerk ist
findet selbst zu eurem glauben
doch bedenket dabei stets
dass auch zweifel stärke ist
u-bahn
grün und
brummend
naht der abschied
auf den wir beide
irgendwie
doch warten
trotz all der furcht
erflehe ich das leise summen
wenn sich die türen öffnen
ich schließe dich in meine arme
und der moment trifft mich wie ein donnerschlag
durchfährt mich bittersüß zu anfang
doch der nachgeschmack verlangt nach mehr
das du mir nicht mehr geben kannst
jetzt da sich die türen schließen
würge ich bitter - denn es ist zu spät
ein brummen erklingt hinter mir
ich blicke nicht zurück und setzte meinen nächsten schritt
ein fahler nachgeschmack in meinem mund
ich
bin kein könig nur ein gott
in meiner eignen welt
und wahnsinn ist der preis dafür
den nur die götter heilen können
die auch ihr eigner könig sind
die
schwerkraft fordert alle tränen
und jeden schritt zwingt sie zurück
auf kalte karge erde
und auch das flugzeug landet wieder
beendet meinen freiheitstraum
ach wir alle
haben wurzeln
die man kaum durchtrennen kann
was geschieht wenn wir’s versuchen?
versuch’s: ich will nicht der erste sein
es
wird endlich alles wieder grün
noch gestern war es weiß und grau
erdrückend und unendlich einsam
wenn das wetter wie die stimmung ist
dann sieht man nur sich selbst
überall in jedem kahlen baum
doch jetzt ist endlich alles wieder grün
und ich hab hoffnung in die farbenlehre
die nacht ist
so hell wie der tag lang ist
abgesehen davon ist sie finster
wie nächte nun mal sind finster
grau und ohne hoffnung
findet man sie auch am tag
nur dass man sie so selten sieht
denn dunkelheit macht blind
nacht
für nacht hör ich die schläge
meiner
flügel die gebrochen sind
sie
träumen immer noch vom fliegen
und
vom gleiten mit dem wind
und
so sehr ich dich auch liebe
weiß
ich doch was ich verlor
immer
mehr mit jeder brise
noch
viel lauter als zuvor
lass
mich nur noch einmal fliegen
eines
tags kehr ich zurück
ich
muss icarus besiegen
denn
sonst sterb ich stück für stück
mein
herz ist wo es immer war
nur
mein kopf hat sich von dir entfernt
ich
fühle mich treiben durch einen traum
und
es gibt kein erwachen – lange schon
kein
entkommen aus dem strudel
reich
mir deine hand
berühre
meine fingerkuppen
und
winke mir zum abschied
dieser
tag war ein reißen in der zeit
der
faden ist gesplissen
und
fasert nun nach allen seiten aus
wir
ziehen am faden
und
nähren uns von der vergangenheit
die
wir waren und jetzt sind
wir
hängen an einem faden
und
hoffen stets dass er nicht reißt
wer
sind wir
wenn
nicht wer wir waren?
wahnsinn
lockt und fasert weit
folgen
wir dem beispiel
zarathustra?
zerstören
wir die welt und schaffen sie erneut?
in
anbetracht wer wir einst waren
in
eingedenk wer wir nun sind
wer
wollen wir nun sein?
der
höhere?
der übermensch?
auf
dass wir gott und könig sind?
hier
stehen wir und formen menschen
ein
geschlecht dem nichts gleich sei
am
wenigsten wir selbst
wer
sind wir?
wer
wollen wir sein
hier
stehen wir und träumen menschen
jenseits
von gut und böse
und
wollen sein
wer
wollen wir nur sein?
nichts
ist schwarz
und
nichts ist weiß
in
der hölle gibt es nicht nur liebe
und
im himmel nicht nur schmerz
hört
endlich auf mit diesem denken
denn
der himmel ist in deinem herz
die
hölle ist stets beim verstand
doch
die welten sind verwand
nichts
ist schwarz und nichts ist weiß
alles
grau und wie es immer war
reich
mir deine hand
dann
zähle deine finger
und
sieh nicht auf das blut
noch
achte auf das ziehn
das
sich durch deinen körper schleicht
so
dass die haut wie zunder brennt
tauche
mich in blut und wasser
und
sieh durch rauch und glut
wo
bin ich?
angst
ich
lähme deine hand
und
mache dich zum krüppel
schmerz
ich
bade dich in tränen
und
ätze dir die haut vom leib
zorn
ich
neble ein dein hirn
und
mache dich zum blinden mann
tod
soll
ich dich nun erlösen?
schon
wieder diese kälte
die
sich noch unter jede kleidung legt
wie
nässe macht sie schwer
und
seltsam müde
so
jung und schon so tot?
alt
wäre wohl das bessre wort
schon
wieder dieses ziehen
ein
herz das sich verkrampft
und
sich dabei selbst verschluckt
ich
hülle meinen mantel enger
und
spür ich bin allein
wieder
– noch
doch
allemal
und
ich drehe mich in kreisen
wie
ich mit dem teufel tanz
denn
der teufel ist mein bruder
ist
stets bei mir unerkannt
du
musst erst den buddha töten
bevor
du endlich einer wirst
und
das böse ist im menschen
was
das gute stets gebiert
auch
gefallne engel fliegen
ganz
alleine ohne gott
können
icarus besiegen
und
ein sieger
ist
ein gott
gekettet
ans gewissenlose schicksal
geschmiedet
an gedankenlose zeit
geh
ich die gasse der erleuchtung
und
finde grausam schwarze nacht
gott
ist tot – gemeinsam müssen wir nun götter werden
in
dieser gasse ohne die gefahr zu kennen
gehen
wir voran ins gestern
und
finden gegenwart und zukunft
jenseits
von gut und böse
jenseits
der stille
gibt
es den buddha den wir suchen
während
meines traums
sah
ich mehr als ich sagen kann
und
verstand mehr als ich sah
denn
ich träumte mit dem .•.
auge
die
form aller dinge
und
alle sind eins
ein
raum
alt
voll staub
erinnerung
durchschreite
ich
die
zeit
wo
alles seinen anfang nahm
freude
ob der alten tage
und
trauer
denn
sie kehren nie zurück
auch
wenn ich sie nie verlor
schimmern
sie wie träume
im
staubdurchtränkten sonnenlicht
das
durch die alten fenster fällt
der
wind schreibt zeilen in sandstein:
kleine
enge parallele furchen
gewissenhafte
chronik einer weltgeschichte
doch
niemand vermag sie recht zu lesen
drum
heult der wind in trauer
vom
anbeginn der zeit
wohl
bis das siebte siegel bricht
keine
angst – sprach eris
unsre
augen hand in hand
weine
nicht – sprach eris
ihre
stimme war mir wohlbekannt
wisse
wer du bist
kenne
deinen wert
begreife
dein wesen
doch
erkenne deine essenz
zuerst
wie
in einem drogenrausch bewegt sich mein geist
durchwabert
wundersame wege wahnsinn
bis
er müde wird
müde
des zweifelns
müde
der zeit
der
zukunft
und
müde des weins
ich
bin müde des blutes
müde
der qual
des
lebens
und
des stahls
der
ich bin
gebraucht
und abgenutzt
voll
scharten
doch
noch scharf
trotz
jahrelangen badens in bittersüßem wein
ich
bin müde der sehnsucht
müde
der erinnerung
der
tränen
und
des stahls in meiner hand
in
dem ich mich wiederspiegle
bin
müde meiner selbst
diese
welt ist weder schwarz noch weiß
noch
schwarz und weiß
noch
kalt und heiß
sie
ist grau und lau
in
allen schattierungen
wenn
alles grau ist
fällt
es manchmal schwer zu sehen
was
heller und was dunkler ist
vor
allem wenn es
in
andrem licht betrachtet
ganz
einfach seine farbe ändert
wir
betrachten und bewerten
und
bemessen und befinden
alles
nur
uns selbst
sind
wir ein rätsel
weil
wir so gerne in kontrasten denken
du
hast zehn finger
zwei
augen
einen
mund
wie
ich
genau
wie ich
jenseits
von ideologie
finden
wir uns
und
brauchen nicht mal einen spiegel
nur
einander
und
ein messer
das
durch majas schleier schneidet
ich
beobachte mich beim sterben
jeden
tag ganz langsam
bedaure
ich die dimension von endlichkeit
jedermann
muss niemals für sich werben
denn
ewig lockt die dunkelheit
schwarz
und grau und alles in between
wir
kommen aus der finsternis
und
wandern durch die leere
um
in dem dunkel aufzugehen
und
wer den silberstreif verpasst
der
wird nicht wieder auferstehn
gib
mir die stärke
die
welt zu besiegen
ich
stehe am abgrund
und
riskiere zu fliegen
zwei
auge gen himmel
spür
ich den wind
entfalte
die schwingen
und
bin wieder kind
ich
lasse mich fallen
und
ich falle tief
der
traum in uns allen
der
mich hierher rief
lässt
mich aufwärts steigen
ich
folge dem blick
ein
himmlischer reigen
ein
höllischer kick
hinauf
zu der sonne
trägt
mich der wind
ich
folge dem traum
und
werd ich auch blind
bin
daedalus schüler
die
ohren sind taub
die
luft deutlich kühler
ich
huste vom staub
im
schweif des kometen
vergess
ich die zeit
beginn
ich zu leuchten
und
mach mich bereit
zu
illuminieren
ich
kenne das ziel
ein
tanzender stern
aus
nietzsches kiel
der
schleier durchschnitten
das
auge erwacht
ich
war wieder kind
bezwinger
der nacht
aufgehängt
an wenigen stunden licht
die
tage werden immer kürzer
und
das leben konzentriert sich
auf
die zeit in der der mond nicht sichtbar ist
im
winter wird es deutlich
dass
wir alle sonnenkinder sind
und
schöne frauen offensichtlich wohl
in
winterschlaf verfallen
so
bleibt die kalte jahreszeit
voll
von zeit für phantasie und träume
definitionen
sind ein heikles thema
was
wir definieren ist danach
frei
von phantasie und kalt
die
analyse eines gedichts
läuft
diesem zuwider und zerstört
den
zauber der andeutung
ein
verbrechen das
strafrechtlich
geahndet werden sollte
ab
und zu ertappe ich mich
bei
einer reise in die kindheit
und
treffe feen elfen drachen
die
mich immer noch beim namen rufen
auch
wenn ich ihre längst vergaß
nur
selten nehme ich ein stück mit mir
als
andenken auch wenn ich dann zuhause meist
nicht
weiß wo ich es lassen soll
es passt nicht mehr in meine
welt
wenn
ich zeichne
spielen
symmetrien und symbole
eine
tragende bedeutung
oft
zieht sich ein roter faden
durch
die bilder und skizzen
in
meinem zeichenblock
ähnlich
geht es mir
mit
meinen flügelschlägen
die
auch nur abstrakte bilder sind
da
werden augen zu einer kolonne
aus
fünf buchstaben
allgemeinverständlich
und
doch nicht was ich beschreibe
der
reiz liegt darin
dass
jeder betrachter
seine
zeichnung selbst entwirft
seine
augen sind rot von den vielen tränen
seine
stimme gebrochen vom schluchzen
seine
große sprachlosigkeit
und
seine wenigen worte
sind
der ausdruck von unermesslichem schmerz
und
trauer um das ende seiner ersten großen liebe
ich
beobachte ihn
so
wie ein weißbekleiderter mann
eine
weißbepelzte maus beobachten würde
und
nehme jedes schluchzen
jede
träne in mich auf
und
beneide ihn
dass
er noch richtig trauern kann
ich
versuche mich zu erkennen
in
einer welt von chaos
und
unterliege den selben alten
systematischen
defekten aus kindertagen
illusion?
eine definition:
träume>ich<realität
bin
in
der
klemme
zwischen
realität und Realität
bin
die
schnittmenge
so
zerr
schnitten
dass
die schnitte
wie
narben auf meinem leib
die
karte zeichnen
ich
suche
das
KREUZ
doch
es sind ihrer so viele
an
vielen hängen leute
an
manchen ich selbst
an
manchen meine opferschlächter
und
an anderen die anderen
jasager
– neinsager
besteher
– vergeher
hinnehmer
– anklager
immer
weiter frager
ein
abschied ohne worte mit nur einem lächeln
wir
leben legenden die niemand besingt
und
scheiden in freundschaft
wir
reisen beide in einer blinden welt
lassen
wir uns treiben und lenken nur den wind
durch
die kapelle der gefahren
zu
weit erwacht um wieder zu schlafen
suchen
wir v-lan und treffen lauter geister
ein
auge lacht das andere weint
selber
noch schüler spielen wir lehrer
mit
zwei instrumenten und einem ziel
bis wir uns wieder begegnen
ich
weiß dass ihr zauber nur kurz währt
es
tröstet mich ein wenig
dass
jede blüte eine frucht verspricht
ich spiele ein spiel mit einer
maske
und die faszination dieses
anblicks
ist komplex genug
als dass ihr beschließt
das gesicht dahinter
nicht suchen zu wollen
ich puste den staub
vom alten einband der
erinnerung
wie lange ist es her
dass wir uns nicht mehr sahen?
ich durchblättre die tage
und finde uns in herrenhäuser
gärten
in cafés und auf dem teppich
und spüre nicht den schmerz
der unser ständiger begleiter
war
wenn ich heute die briefe lese
die ich dir einstmals schrieb
und doch nicht abschickte
frage ich mich
wie viel in mir gestorben ist
ich suche nach trauer
und finde nur resignation
über etwas was ich
kaum noch nachvollziehen kann